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Renate und Christian haben in der Zachersmühle Adelberg eine eigene TangoTanzkultur ins Leben gerufen. Sie unterrichten dort seit 1997, veranstalten Tanzfeste, traten unter der Regie von Boris Hauck bei Tanztheaterstücken wie z.B. "Der Mann von Esquina Rosada" und "Ballade für einen Verrückten"auf. Von 2002 bis 2005 leiteten sie zudem "Tango im Kulturwerk Stuttgart". Seit Anfang 2005 ist das Kulturhaus Schwanen ein weiterer Ort ihrer Tätigkeiten.
Interview mit Renate, Dezember 2004
Frage: Renate, wie kamst Du zum Tanz?
Renate: Ich wollte immer tanzen, wollte aber nie so tanzen wie man es bei den Standarttänzen vermittelt. Da hörte ich eines Tages von zwei Künstlern, Nadj und Boris, die in ihrem Atelier Tangokurse geben würden und man dort mit einer Flasche Wein hingehen würde. Ich nahm einige Freunde mit, darunter auch Christian. Das war in den achziger Jahren, als der argentinische Tango in Stuttgart noch ganz "ungebügelt", ungezügelt und wild getanzt wurde. Es gab damals nur Ute Frühwirth und Nadj und Boris, bei denen man Tango lernen konnte. Seit Christian und ich angefangen haben Tango zu tanzen, haben wir nie wieder damit aufgehört. Bei Nadj und Boris (im Casino, später in der Friedenau, dann im Kulturwerk) waren wir jeden Mittwoch vierzehn Jahre lang beim Tanzabend, legten Musik auf, kassierten, traten mit ihnen zusammen auf. Seit zwei Jahren wohnen sie nicht mehr hier und so führen wir nun die Tangoabende im Kulturwerk weiter.
Frage: Wie kamst du dann zum unterrichten?
Renate: Ganz zufällig. Freunde von mir wollten tanzen lernen, in Boll. Eine Tanzschülerin nahm mich eines Tages in die Zachersmühle Adelberg mit. Ich kam in die Kneipe und spürte sofort, das ist der Ort für Tango, "ungebügelt" eben. Ich fragte am Stammtisch, ob es nicht möglich wäre, mit meinem Kurs hierher zu kommen und siehe da, seit neun Jahren nun unterrichten Christian und ich in der Zachersmühle. Wir unterrichten dort unglaublich gerne. Auch Tanzfeste, Tangofrühstücke, Tanztheateraufführungen machen dort viel Spaß.
Frage: Wann kam Salsa und Swing dazu?
Renate: Salsa lernte ich vor fünfzehn Jahren in Spanien kennen. Ich glaube, es gab damals noch sehr wenig Salsa in Stuttgart. Und wieder wurde ich gefragt, dies zu unterrichten, erst in Stuttgart, dann in der Zachersmühle. Swing lernte ich in Schweden im Herräng Dance Camp kennen.
Frage: Was hast du im Schwanen vor?
Renate: Ich glaube, das Kulturhaus Schwanen ist ein guter Ort für "ungebügelte" Tänze, für ebensolche Tanzfeste, Tanztheateraufführungen. Dort weht ein freiheitsliebender, künstlerischer und offener Geist. Mein Anliegen und mein Interesse gilt den lebensnahen, nicht standardisierten Tänzen wie Tango, Salsa und Swing. Die Leute sollen tanzen wie ihnen Arme, Beine und das Herz gewachsen sind. Sie sollen sich ausdrücken dürfen im Tanz. Unsere Kultur will immer die äußere Perfektion, mir selbst ist es wichtiger, dass das Innere mit dem Äußeren mitkommt.
